Eines vorweg: Wir alle verlieren Haare. Jeden Tag. Das ist völlig normal. Bis zu 150 000 wachsen auf unserem Kopf. Erst wenn man über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen mehr als 100 Haare am Tag einbüßt, spricht der Experte von Haarausfall (Alopezie). Bei etwa 49 Prozent aller deutschen Frauen ist dies der Fall. Die erste Anlaufstelle für Betroffene ist häufig der Hautarzt, Gynäkologe oder Internist. Können ernsthafte Grunderkrankungen wie eine Fehlfunktion der Schilddrüse oder Entzündungen als Ursache ausgeschlossen werden, beginnt die Suche nach den Gründen für den dünner werdenden Schopf. Für Haar-Experten wie Britta Richter von Hårklinikken gehören neben einer Untersuchung der Kopfhaut gezielte Fragen zur Ursachenfindung:
Eine Ernährungsumstellung und die Verwendung von basischen Pflanzenextrakten und Shampoos könnte helfen. Wird bei Frauen verstärkter Haarausfall am Mittelscheitel beobachtet, ist aber noch festes Haar am Hinterkopf vorhanden, spricht man von hormonell bedingtem Haarausfall. Die Haarwurzeln reagieren dabei empfindlich auf das Sexualhormon Testosteron – sie werden schwächer, die Haare können ausfallen.
Auch nach der Schwangerschaft, dem Absetzen der Antibabypille oder in den Wechseljahren kann die Kopfbehaarung dünner werden. Dauerwelle oder Färben sollten dann tabu sein. Gefragt sind vielmehr milde Shampoos ohne belastende Farb- und Duftstoffe.
Kündigt sich bei Männern lichtes Haar an Schläfen und Oberkopf an, hat dies hormonelle Ursachen. Man spricht von „androgenetischer Alopezie“ (erblich bedingter Haarausfall). Hier haben sich Medikamente mit den Wirkstoffen Minoxidil (auch bei Frauen) und Finasterid bewährt.
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Britta Richter ist Ernährungsberaterin und Chefin der Hårklinikken-Zentren in Deutschland (www.haarklinikken.de). Ihr Institut hat über 20 Jahre Erfahrung bei der Behandlung von Haarausfall.