Ist jeder Haarausfall behandelbar?
„Bei Frauen ist Haarausfall meist hormonell bedingt durch Schilddrüsenfunktion, Menopause, Schwangerschaft, Pille. Selbst Stress oder Traumata verändern den Hormonstatus“, so Britta Richter, Leiterin der Hårklinikken in Düsseldorf (www.haarklinikken.de). „Anlagebedingter Haarausfall (androgenitische Alopezie) spielt bei Frauen eine minimale Rolle. Und wenn, verläuft er etwa dreimal langsamer als bei Männern. Wir können bei jeder Form des Haarausfalls eine Menge tun. Die Therapie beinhaltet drei Schritte: den Ausfall stoppen, 20 bis 30 Prozent der Haare wieder aufbauen und die noch vorhandenen in optimaler Qualität erhalten“.
Wie entsteht eigentlich Spliss?
Spliss entsteht, wenn die Lamellen des einzelnen Haars beschädigt werden, etwa durch chemische Bahandlungen, zu viel Sonne, Salz, Chlorwasser, ständiges Überdosieren von Stylingprodukten, vor allem Haarspray und Schaumfestiger. „Aber auch bei einer seit ca.
6 – 8 Jahren getragenen Langhaarfrisur tritt häufig Spliss auf“, so Haarexpertin Britta Richter. „Sind die Lamellen beschädigt, lassen sie sich nicht mehr reparieren. Spezialprodukte können die Bruchstellen zwar auffüllen, aber die meisten Frauen monieren, dass das Haar dann zu schwer wird“. Dem Spliss vorbeugen ist die einzige Möglichkeit, sonst hilft nur noch schneiden!
Was verursacht schon in jungen Jahren Graues Haar?
Graues Haar heißt: Die körpereigene Pigmentfabrik, die unsere Haarfarbe produziert, erlahmt. Geschieht das bei jungen Frauen (um die 30), sind meist genetische Faktoren die Ursache. Aber auch Mineralstoffmangel kann dafür verantwortlich sein. Die wenigen Nährstoffe, die noch übrig sind, erreichen die Haarfabrik einfach nicht mehr. Das ist im Alter, wenn die gesamte Versorgung des Körpers reduziert ist, ein üblicher Verlauf. „Was ich festgestellt habe ist, dass Menschen, die latent übersäuert sind, früher grau werden“, weiß Britta Richter. Im seltenen Einzelfall können bestimmte Pflanzenextrakte (mit Zink und Kupfer) das Grauwerden verzögern.
Welche Ernährung für die Haare?
Es gelten die üblichen Regeln: viel Wasser (2 Liter pro Tag) trinken, Gefäßgifte wie Kaffee und Nikotin, Fastfood mit leeren Kohlehydraten meiden. Alles, was man nicht kauen muss und stark industriell verarbeitet ist, weglassen. Wichtig ist eine Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Regelmäßig Zink (z. B. in Austern, Haferflocken, Käse), Selen (z. B. in Hefe) und Eisen (z. B. Spinat, rotes Fleisch) essen. „Am besten schaut man sich an, was in Haarpräparaten steckt. Das meiste kann man per Nahrung zu sich nehmen“, lautet der Tipp von Britta Richter, Leiterin der Hårklinikken. Ganz wichtig sind außerdem Aminosäuren, denn daraus sind auch die Haare zusammengesetzt. Also häufiger mal Sonnenblumenkerne oder ein paar Walnüsse knabbern.“
Warum werden Haare mit dem Alter dünner?
Das ist ein natürlicher Prozess. Aber man kann die Haarfollikel aktivieren (z. B. mit Wachstumsfaktoren). Britta Richter: „Da sich im Alter Haarwurzel und Follikel verkleinern, haben Sie mehr Haarwechsel, also mehr Haarverlust. Ein Haar, das dünner wird, lebt kürzer. Es wächst zwar wieder nach, aber eben immer dünner“.