Hollywood-Diven wie Penelope Cruz und Liz Hurley vertrauen auf seine Wirkung, Politiker lassen es nachpflanzen, Königssöhne im Photoshop retuschieren: volles, kräftiges, glänzendes Haar. Es lässt Frauen und Männer gesünder, vitaler und jünger aussehen, wirkt verführerisch und signalisiert Kraft. Das A und O dabei ist eine gesunde Kopfhaut, und die hat im Wesentlichen dieselben Bedürfnisse wie eine gesunde Gesichtshaut: Unterstützung von innen.
Seit Jahrtausenden ist das Haar ein Symbol der Macht, Vitalität und Fruchtbarkeit. Gesträubte Haare lassen nicht nur Tiere größer und gefährlicher erscheinen. Samson, biblischer Führer der Israeliten, verdankte den langen Haaren seine übermenschlichen Kräfte. Im antiken Griechenland waren Locken die Metapher für Freiheit und Lebensfreude, in der Renaissance ein sichtbares Zeichen der edlen, müßigen Lebensart. Bis heute haben Haare eine große psychologische und kulturelle Bedeutung. Ihr Verlust schmerzt selbst große Geister wie Gerhart Hauptmann, der feststellen musste: „Du kannst einen Elefanten festhalten, wenn er fliehen will, aber nicht das kleinste Haar auf deinem Kopf, wenn es fallen will.“
Das Haar beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung unserer Mitmenschen, es hat einen ebenso starken Einfluss auf unser Selbstbild. Und es ist ein verlässlicher Indikator unseres seelischen und körperlichen Wohlbefindens. Haarausfall und Haarschäden sind für viele Menschen nicht nur ein kosmetisches oder medizinisches Problem, sondern können auch das seelische Gleichgewicht und das allgemeine Wohlbefinden empfindlich stören. Seit einigen Jahren zählt die Psychologie des Haares deshalb zu den Forschungsschwerpunkten der Psychologischen Fakultät der Universität in Saarbrücken. „Eine der augenfälligsten Komponenten, die das Aussehen eines Menschen beeinflussen, sind die Haare. Haare liefen nicht nur Aufschlüsse über biologisch wichtige Merkmale wie zum Beispiel Geschlecht, Alter und Gesundheit. Sie liefern auch wichtige Aufschlüsse über die soziale Stellung und die Gruppenzugehörigkeit eines Menschen.“
Hilfe für die Haut
Ob Haare glatt oder lockig, dick oder dünn sind, ist genetisch bedingt. Ob sie seidig glänzen und kraftvoll schimmern, das liegt daran, wie gut sie mit Nährstoffen versorgt werden. Britta Richter, Haarexpertin und Ernährungsberaterin, weiß: „Das Haar ist das Sahnehäubchen. Ist der Körper grundsätzlich gut versorgt, sind auch die Haare gesund“. Bekommt das Haar von innen keine Vitalstoffe, dann helfen auch all die teuren Shampoos, Spülungen, Intensiv-Kuren und Glanz-Lotionen wenig. „Um neue Haarqualität aufzubauen, müssen Nährstoffe über die Kopfhaut zugeführt werden.“ Was für Hautcremes gilt, gilt auch für die Kopfhaut: „Ein gutes Shampoo sollte keine Mineralölerzeugnisse, Duftstoffe, künstliche Farbstoffe oder problematische Konservierungsstoffe enthalten.“ Ideal sind Haarpflegeserien auf der Basis pflanzlicher Essenzen. Shampoos mit einem pH-Wert von 5 bis 7sind ideal für Haar und Kopfhaut. Ist der pH-Wert höher, wird der natürliche Schutzmantel der Haut angegriffen, die Haare reagieren irritiert.
Falsche Ernährung, Stress und falsche Pflegeprodukte sind neben hormonellen Schwankungen und Medikamenten die Hauptschuldigen für stumpfes, kraftloses Haar und für müde, fahle Haut. Doch auch Umwelteinflüsse wie die trockene Heizungsluft der vergangenen Monate und die Winterkälte strapazieren gleichermaßen Haar und Haut, die aus der gleichen Substanz bestehen und deshalb auch die gleichen Pflegebedürfnisse haben. Zeit für eine Frühlings-Aufbaukur, die nicht nur den natürlichen Kopfschmuck erstrahlen lässt. Britta Richter rät zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und einer Extraportion Pflege für die Kopfhaut. Die kann durchaus auch aus einer liebevollen Massage bestehen, die nicht nur das Haar erstrahlen lässt.