Für die meisten Frauen sind glänzende, gesunde Haare ein Symbol ihrer Weiblichkeit und Schönheit. Wird alles auf dem Haupt immer dünner, tauchen gar kahle Stellen auf, ist die Verzweiflung groß.
Die Medizin kennt viele Formen und noch mehr Ursachen für den Verlust der einst wallenden Pracht. Doch nicht jedes Härchen auf dem Pullover sollten Sie beachten, denn etwas Schwund ist ganz normal
Wann muss man sich Sorgen machen?
“Eigentlich ist die Frage falsch gestellt. Denn wenn eine Frau über einen längeren Zeitraum das Gefühl hat, ihre Haare werden weniger, hat sie damit fast immer recht”, weiß Britta Richter, Gründerin der “Hårklinikken” in Düsseldorf und Haartherapeutin. Niemand kennt ihr Haupt schließlich so gut wie die Betroffene selbst.
Die Veranlagung für Fülle ist vorgegeben: Schon die Haarfarbe entscheidet, wie viele Haare normal sind. Blonde haben mit rund 150 000 das meiste Haupthaar, gefolgt von Brünetten mit 100 000 und Rotschöpfen mit 85 000. Warum die Anzahl so unterschiedlich ist, weiß die Wissenschaft nicht. Darüber hinaus gibt es auch noch individuelle, genetisch bedingte Differenzen. Und zyklische Schwankungen. Alle paar Jahre stellt die Haarwurzel die Arbeit ein. Dann muss erst mal Nachwuchs entstehen.
Doch es gibt eine medizinische Faustregel für krankhaften Ausfall: Bleiben täglich mehr als hundert Haare in der Bürste zurück, und das über mehrere Monate hinweg, hat man ein Problem. Und zwar meistens nicht nur auf dem Kopf. Denn die Ursache für den Verlust ist oft ein Symptom dafür, dass etwas im Körper nicht stimmt.
Typische Gründe für den massenhaften Selbstmord der Haarwurzeln: hormonelle Probleme, Stress, Umweltbelastungen, Infektionen, Nährstoffmangel und Stoffwechselerkrankungen.
Lässt wirklich Stress die Haare ausfallen?
“Aber ja, das sehe ich tagtäglich bei uns in der Haarklinik”, so Britta Richter. “Wobei es verschiedene Arten von Stress gibt. Ich selbst war eine Betroffene, meine Schläfen waren
vor ein paar Jahren schon ganz schütter.” Ursache dafür bei der viel beschäftigten Mutter zweier Kinder: positiver Stress. “Aber auch der ist nicht ohne. Denn wenn ständig Adrenalin im Blut fließt, wird auch die hormonelle Balance gestört. Und der Körper versorgte meine Haarwurzeln nicht mehr optimal.” Aber auch seelischer Kummer, etwa durch Trauer oder Trennung, kann das Wachstum lange stoppen.
Was hilft gegen die Ausdünnung?
“Am wichtigsten ist, die Ursache herauszufinden”, so die Expertin. “Vielleicht hat jemand gerade eine Radikaldiät gemacht.” Für den Körper ist der Verlust von 20 Kilo Gewicht in einem Monat ein Schock. Das führt zur Unterversorgung der Haarwurzeln. Auch die häufige Einnahme von Antibiotika schädigt.
Helfen können Naturmittel. “Wir bauen die Haarwurzel mit Extrakten aus rund 200 verschiedenen Pflanzen wieder auf.” Wichtig ist, dass ein Dermatologe die Schilddrüsen- und Blutwerte testet. Bei der Ernährung rät Britta Richter zu gesunden Fetten wie Leinöl (einen Löffel täglich). Außerdem gut: Mikronährstoffe speziell für die Haarwurzeln. Stress können Yoga oder andere Entspannungstechniken mildern. Bei Trauer und seelischen Konflikten hilft meist eine Selbsthilfegruppe oder auch eine Psychotherapie.
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Stellt Expertin Britta Richter von Harklinikken bei der Untersuchung (Foto) Hautreizungen fest, rät sie oft nur zu gesünderer Kost. Ein Müsli aus Joghurt oder Quark, 2 EL Leinöl, Vollkornflocken, frischem Obst und Nüssen kann vorbeugen.
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