Maxi (Februar 2012)

Zwei, drei im Waschbecken, ein paar mehr auf dem Kopfkissen und in der Bürste ein richtiges Büschel? Keine Panik! Wir sagen, wie viel Haarverlust normal ist, wann es bedenklich wird – und was schnell und langfristig hilft

Glänzend, dicht und füllig – so eine Traummähne wünschen sich die meisten Frauen. Denn schöne, gesunde Haare stehen nun mal für Weiblichkeit und Jugend. Gehen sie aus, sitzt der Schock tief und das Problem wird erst mal verschwiegen, kaschiert, ignoriert: Denn Haarausfall ist immer noch ein Tabuthema. Dabei leiden viel mehr Frauen darunter, als man denkt. 75 Prozent (!), so Studien, sind von den verschiedenen Arten des Haarausfalls, inklusive solcher Probleme wie die Haare brechen ab, werden dünner etc., betroffen. wann also muss man sich wirklich ernsthaft Sorgen machen? Wir alle verlieren Haare – zwischen 40 und 100 pro Tag, das ist normal. Erst wenn es über einen längeren Zeitraum (sechs bis acht Wochen) deutlich mehr sind und sich der Haarverlust auf einzelne Bereiche oder nur auf den Oberkopf konzentriert, kann man überhaupt von krankhaftem Haarausfall sprechen. Und auch dann muss man unterscheiden: zwischen dem kreisrunden, dem erblich bedingten und dem diffusen Haarausfall. Bei kreisrundem Haarausfall handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung, bei der die betroffenen kahlen Stellen lokal begrenzt sind. Bei erblich bedingtem Haarausfall haben die Haarfollikel eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit gegen das Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT). Bei diffusem Haarausfall gehen die Haare am gesamten Kopf aus. Dabei können z. B. Stress, Hormonschwankungen, Infektionen, Schilddrüsenerkrankungen „schuld“ an einem zeitlich begrenzten Haarausfall sein. Aber egal, um welche Art von Haarverlust es sich handelt, für eine wirkungsvolle Behandlung muss man zuerst den Ursachen auf den Grund gehen. Wie, erklären wir auf der nächsten Seite.

URSACHEN

Was ist eigentlich schuld daran, dass die Haare ausfallen? Und wie kann man sich dagegen wappnen?

Jahreszeitenwechsel
Im Sommer wachsen unsere Haare am stärksten, im Herbst fallen sie am meisten aus. Zu Haarausfall kann es also (auch) durch jahreszeitlich bedingte Hormonumstellung kommen.

Stress
…kennen und haben wir alle – Job, Familie, Freunde, Freizeitprogramm, da kann’s auch im Körper schon mal drunter und drüber gehen. Und leider lassen Hektik und Anspannung auch unsere Haare langsamer wachsen.

Schlafmangel
Let’s have a party! Feiern ist ja schön und gut, aber allzu oft und regelmäßig sollten wir die Nacht nicht zum Tag machen. Schlafen wir wenig oder gar nicht (besonders über einen längeren Zeitraum), können sich unsere Haarwurzeln nämlich nachts nicht regenerieren. Das gilt auch bei anhaltenden Schlafstörungen.

Toxine
Auf Grund ihrer Vitalität speichern unsere Haarzellen viele Umweltgifte (z. B. in belasteten Lebensmitteln) besonders gut. Auch Zahnersatzmaterialien wie Nickel, Chrom, Kobalt oder Quecksilber gelangen über die Blutbahn bis in die Haarwurzeln. Die Kopfhaut versucht sie loszuwerden – es kommt zu Haarausfall.

Medikamente
Manchmal sind Tablette oder Pillen wirklich notwendig. Aber bei einer zeitlich begrenzten oder dauerhaften Arzneimitteltherapie können Wirkstoffe über die Blutbahn bis in die Haarwurzeln gelangen, wo sie das Wachstum bremsen.

Ernährung
Hier eine Diät, dort den ganzen Tag nur Kaffe und abends ein halbes Käsebrötchen. Stopp! Wenn wir so leben, kommt es zu Mineralienmangel durch Fehlernährung. Und Übersäuerung reduziert die Haarqualität.

Sonne
Ja, wir alle lieben die Sonne und den Sommer! Aber wir wissen aus der Hautkosmetik auch von den Schäden, die UV-Strahlen verursachen können – unter anderem an Kopfhaut und Haaren. Darum am besten immer eine Kopfbedeckung tragen.

So funktioniert die Haarwurzel

Unsere Kopfhaare durchlaufen einen Lebenszyklus aus Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase. Zuerst produziert die Wurzel ein neues Haar. Dieser Vorgang dauert ca. zwei bis acht Jahre, je nach Alter und Geschlecht. Darauf folgt eine zwei—bis dreiwöchige Übergangsphase, bei der die Zellproduktion eingestellt wird, der untere Teil der Haarwurzel verengt sich und verhornt. In der Ruhephase befinden sich bis zu 15 Prozent unserer Kopfbehaarung. Durch mechanische Einflüsse wie Waschen, Kämmen oder durch nachwachsende Haare fallen sie aus. Ist die Ruhezeit nach zwei bis vier Monaten beendet, beginnt der Haarzyklus von vorne.

THERAPIE

Wer weiß Rat bei Haarausfall? Und welche Behandlung hilft weiter?

Arzt
Für die meisten ist ihr Hausarzt die erste Anlaufstelle. Bei Anzeichen von Haarausfall macht er – nach einem ausführlichen Gespräch – ein großes Blutbild, um eine Diagnose stellen zu können. Andere gehen zu Hautarzt, der mittels Trichogramm (Haarwurzeluntersuchung) und TichoScan (Bestimmung von Haardichte und –Ausfallrate) der Ursache auf den Grund gehen wird. Sind beispielsweise Vitamin- oder Mineralstoffmangel (kann nach übertriebenen Diäten der Fall sein) der Grund für Haarausfall auf dem ganzen Kopf, kann der Arzt relativ schnell helfen: Der Mediziner verschreibt den „fehlenden“ Stoff, um die Mineraliendepots wieder aufzufüllen.

Apotheke
Apotheker oder PTA (pharmazeutisch-technische Assistentin) versuchen, mögliche Ursachen zu erfragen und eine geeignete Behandlung zu finden. Am häufigsten empfohlen: Nahrungsergänzungsmittel. „Priorin“ oder „Pantovigar“ etwa versorgen die Haarwurzeln mit wichtigen Mikro-Nährstoffen, kräftigen sie und fördern das Wachstum Ach Tinkturen wie „Regaine“ verbessern die Haarstruktur, regen neues Wachstum an.

Hårklinikken
Das Konzept des Behandlungszentrums unter der Leitung von Haartherapeutin und Ernährungsberaterin Britta Richter besteht aus zwei Bausteinen: Zuerst bekommen die Betroffenen eine individuelle Analyse und Beratung, bei der Kopfhaut und Essgewohnheiten im Fokus stehen. Im zweiten Schritt erhalten sie ein Extrakt, das aus wertvollen Auszügen von bis zu 200 Pflanzen besteht und für jeden Problemfall speziell zusammengestellt wird. In den meisten Fällen dauert die Therapie ca. neun Monate und kostet etwa 300 Euro. Die Klinikken gibt es in Düsseldorf, Berlin, Hamburg und München. Mobile Sprechstunden finden in Frankfurt, Königstein, Köln und Stuttgart statt. Termine nach Vereinbarung.